Das Nichts ist die Übereinstimmung eines Menschen mit der Natur

Es ist wohl kein einfaches Unterfangen, einen Blog mit dem Wort „Nichts“ zu beginnen! Ein objektiviertes, existenzielles Nichts soll tunlichst vermieden werden, ein materielles Nichts spielt vielleicht in irgendwelchen Regionen des Alls eine Rolle, und doch gibt es auch im Menschen einen Bereich, der am besten mit diesem Wort bezeichnet werden könnte und in dem Friede, Geborgenheit und Sicherheit herrschen, lokalisiert im Zentrum des Körpers, umgeben oder überlagert möglicherweise von einem Sturm der Emotionen, zugleich aber grenzenlos ausgedehnt ins Unendliche. Wird dieses „Nichts“ wahrgenommen, erweist es sich als verlässlicher Bezug, etwa um die eigene Sprache und Wirklichkeit zu überprüfen.

Ein weiterer, weniger mystisch klingender Zugang könnte von der Sprache selbst abgeleitet werden: wird vorausgesetzt, dass jeder Mensch eine nur ihr oder ihm zukommende Bedeutung hat, dann ist das Nichts die Beschränkung auf den jeweils aktuellen Zeitpunkt und damit eine Umkehrung der Energie der Zeit oder auch deren völliges Unterbleiben, denn diese hebt das Bewusstsein weg vom Moment auf das Niveau sprachlichen Ausdrucks. Das Nichts kann dann als unmittelbares Erleben der eigenen Wirklichkeit aufgefasst werden ohne Verzerrung oder Täuschung, welche von der Sprache gegebenenfalls verursacht werden.

So ist das Nichts entgegen dem Wortsinn ein unglaublich positiver Begriff, und das hat nichts mit Nihilismus welcher Art auch immer zu tun!